Weingarten



Im Jahr 2021 begann ich mit meinem ersten Weingarten auf Schriesheimer Gemarkung.
Inzwischen bewirtschafte ich 2,5 Hektar ausschließlich von Hand. Die Arbeit ohne Traktor trägt zur Bodengesundheit bei, da keine Verdichtung stattfindet. Ich mähe maximal zwei mal pro Jahr, teilweise auch gar nicht. Wichtig für die Rebengesundheit ist die Steigerung der Biodiversität – sowohl im Boden als auch über dem Boden. Herbizide werden nicht eingesetzt und der Boden wird auch nie geöffnet – ich sehe Beikräuter als natürlichen Teil der Weingartenflora, der gleichzeitig auch die Weingartenfauna unterstützt.
Zur Stärkung der Reben versprühe ich unter anderem Komposttee, der die Reben mit wichtigen Stoffen versorgt. Synthetische Düngemittel werden niemals eingesetzt, da sie das Gleichgewicht der Rebe und des Bodens durcheinander bringen.
Während der Saison, von Mai bis Juli, bin ich täglich in den Weingärten und beobachte die Abläufe. So kann ich interagieren, sobald sich beispielsweise Pilzkrankheiten bemerkbar machen. Ist dies der Fall, setze ich auf Pflanzenstärkungsmittel, um die natürlichen Kräfte der Rebe und damit das Immunsystem zu stärken.
Ist der Pilzdruck zu hoch, bringe ich Mittel wie Molke, Essig-Wassergemisch und Ätherisches Öl aus um die Pilze zu bekämpfen.
Ich versuche so natürlich wie möglich mit der Rebe zu interagieren und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. So habe ich die Methode des Wickelns und des Tunnels etabliert. Dabei werden die Triebspitzen über der Reihe miteinander verbunden und gewickelt. In den nächsten Tagen verbinden sie sich dann über ihre ranken und bilden ein stabiles Dach über der Rebzeile, das dazu noch Schatten im Weingarten spendet. So umgehe ich den rabiaten Eingriff des abschneidens der Triebspitze, welche die Rebe auf unnatürliche Weise aus dem vegetativen ins generative Stadium zwingt.


Sobald die Traubenreife erreicht ist, werden die Trauben von Hand geerntet und zur Verarbeitung weiter in den Keller gebracht.
Keller


Im Keller wird so puristisch wie nur möglich gearbeitet. Alle Arbeiten werden auch hier von Hand durchgeführt.
Sobald die Trauben im Keller ankommen, werden sie mit den Füßen eingestampft und dann entweder auf den Schalen vergoren (Maischegärung) oder direkt mit einer alten Korbkelter gepresst. Hier werden, wie sonst meist üblich, keine industriellen Reinzuchthefen verwendet, sondern die auf den Trauben befindlichen “wilden Hefen” starten nach ein paar Stunden bis Tag die spontane Gärung.
Alle Weine gären und lagern in alten Holzfässern. Diese haben den Vorteil einer permanenten Mikrooxidation, welche den Wein ohne jegliche Zusätze stabilisiert.
Sobald der Wein bereit ist, wird er über Falldruck in die Flasche gefüllt.
Während der gesamten Weinbereitung werden keinerlei Zusätze hinzugefügt.
Zutaten sind ausschließlich Trauben.
Meine Weine sind für eine lange Reife im Keller ausgelegt, können aber im jungen Stadium schon wunderbar genossen werden.