Januar – März




Die Winterruhe nutze ich für den Rebschnitt. Es ist eine Zeit des Innehaltens und der Reflexion. Alles scheint zu schlafen – und doch tritt die Rebe in einen stillen Dialog mit mir. Der Winter hat eine besondere Qualität: In ihm wird der Grundstein für das kommende Weinjahr gelegt.
Je länger die Weingärten in meiner Obhut sind, desto deutlicher zeigt sich ihre Entwicklung – hin zu einer Harmonie, die sich im einzelnen Rebstock widerspiegelt. Ich arbeite mit dem Zapfenschnitt, der ein hohes Maß an Achtsamkeit verlangt. Jeder Schnitt muss präzise gesetzt werden. Dabei denke ich nicht nur an das nächste Jahr, sondern auch an die darauffolgenden.
Es erfüllt mich mit großer Freude zu beobachten, wie sich jede Rebe individuell entfaltet. Ein monotoner Weingarten entspricht nicht meinem Verständnis – gerade deshalb ist der Zapfenschnitt für mich so spannend.
In dieser Zeit plane ich zudem den weiteren Verlauf des Jahres. Ich pflanze Bäume, Sträucher und Büsche und beginne mit der Anlage meines ersten Vitiforst-Systems. Mehr dazu habe ich in einem separaten Beitrag festgehalten.
April
Jetzt beginnt die Saison: Die Reben erwachen aus ihrer Winterruhe und starten mit beeindruckender Kraft in das neue Jahr.
Anfang April pflanze ich meinen ersten Vitiforst – mehr dazu habe ich in einem eigenen Beitrag festgehalten.
Gleichzeitig beginnt die Laubarbeit. Die jungen Triebe werden ausgebrochen und gezielt vereinzelt, sodass pro Zapfen nur ein Trieb stehen bleibt. Am Ende ergeben sich etwa sechs bis acht Triebe pro Rebe. Dieser Schritt ist zwar arbeitsintensiv, schafft jedoch deutlich mehr Luft in der Laubwand und reduziert damit den Pilzdruck. Zugleich ermöglicht er der Rebe, ihre Energie auf weniger Trauben zu konzentrieren und diese optimal zu versorgen.



